Artikelbild_Geschichte

Video DSLR Kamera Slider für 50 € Güntiger professioneller DIY Kamera Slider von IGUS

Die Verwendung von einem Kamera Slider ist gerade bei szenischen Produktionen ein interessantes gestalterisches Mittel. Durch den Kamera Slider sind „sanfte“ Kamerafahrten möglich, welche so von Hand nicht durchgeführt werden können. Dabei gleitet ein Schlitten, an dem die Kamera befestigt ist, über eine Schiene. Schlitten und Schiene sind hierbei so aufeinander abgestimmt bzw. angepasst, dass möglichst keine Reibung während der Kamerafahrt entsteht. Kamerafahrten werden in allen größeren Produktionen verwendet und bieten gegenüber normalen Kameraschwenks eine gewisse räumliche Tiefen, was die Kamerafahrt interessanter für den Betrachter macht.

Ein Kamera Slider hat aber einer Haken. Er ist relativ teuer. Günstige Modelle beginnen meist bei 150 € und nach oben gibt es kaum eine Grenze. Besonders teuer wird es, wenn der Slider auch noch motorisiert ist. Es existieren viele Do It Yourself Projekte zum Bau eines Kamera Sliders, doch mit vielen sind ruhige Kamerafahrten aufgrund des nicht geeigneten Materials unmöglich. Es gibt aber auch Ausnahmen. DIY Projekte, bei denen die Schiene und der Schlitten der Firma IGUS verwendet werden sind schon um einiges besser. IGUS ist in erster Linie ein Hersteller von Maschinenelementen aus Hochleistungskunststoffen.  Dabei bieten sie auch Linearführungssysteme für automatisierte Produktionen an. Diese Linearführungen sind (vereinfacht ausgedrückt) nichts anderes als ein Schlitten, welcher über eine Schiene läuft und somit auch nichts anderes als ein Kamera Slider. Somit hat sich die Firma IGUS vermutlich gedacht, dass Sie ihre Linearführungen auch als Kamera Slider für die audiovisuelle Produktion verkaufen können und bieten diese somit über ihre Website an. Der Vorteil ist hier, dass die Systeme günstig sind und nach den eigenen Bedürfnissen angepasst werden können. So ist es nämlich möglich einen stabilen und sanft gleitenden Kamera Slider für knapp 50 € zu erwerben.

IGUS stellen auf ihrer Website einen interaktiven Konfigurator für den Kamera Slider bereit. Ich habe mich bei meinem Kamera Slider für die folgenden Konfiguration entschieden:

IGUS Kamerasilder Konfigurator

Es handelt sich hierbei um die kleinste Variante des Kamera Slider, welche aber für eine kleine DSLR, DSLM oder eine GoPro völlig ausreichend ist. Um Geld zu sparen habe ich mich außerdem dazu entschieden, eine ungebohrte Schiene zu nehmen. Da ich eine Bohrmaschine und Metallbohrer zu hause habe, war es kein Problem die entsprechenden Löscher selbst zu bohren. Dadurch spart man immerhin 3,60 € gegenüber dem Standardbohrbild und sogar 33,61 € gegenüber den 3/8 Zoll Bohrungen. Warum letztere so teuer sind ist mir leider auch nicht klar. Auch die Bohrung im Schlitten habe ich selbst durchgeführt und somit weitere 12,50 € gespart. Einstellbare Lager und die Klemme sind ebenfalls nicht unbedingt notwendig. Der Schlitten wird vor Lieferung auf die Schiene eingestellt und getestet. Weiterhin habe ich mich für eine relativ kurze Schiene von „nur“ 60 cm entschieden. Meiner Meinung nach reicht diese Länge für die meisten Kamerafahrten völlig aus. Zusätzlich ist die Schiene dadurch sehr handlich und kann überall mit hin genommen werden. Bei der Auswahl „Ungebohrt“ und „Standardbohrbild“ habt ihr die Möglichkeit eine beliebige Schienenlänge auszuwählen. Also wenn ihr eine längere Schiene benötigt ist dies natürlich auch kein Problem.

Nachfolgend die Gesamtkostenübersicht des Kamera Slider. Zu den 49,24 € für Schiene, Schlitten und Schnittkosten kommen noch 3,20 € Versand. Beachtet auch, dass es sich hierbei um den Nettopreis handelt und somit bei Privatpersonen noch 19 % Mehrwehrsteuer anfallen. Für Privatpersonen würde der Kamera Slider also 58,60 € kosten. Den Hinweis während des Bestellvorganges, dass nur gewerbliche Bestellungen möglich sind, könnt ihr ignorieren. Ich habe den Slider auch als Privatperson bestellen können.

igus-slider_warenkorb

Ein paar Tage später war der Kamera Slider dann auch schon da. Bei einem kurzen Test bemerkte ich schon wie leichtgängig der Schlitten über die Schiene gleitet und somit wahr und bin vollends zufrieden mit dem Slider. Da ich die ungebohrte Schiene bestellt hatte, galt es noch verschiedene Löcher zu bohren. Ich hatte mich zunächst dazu entschieden nur in der Mitte ein Loch für die Schnellwechselplatte des Stativs zu bohren. Nach einem Test stellte ich aber fest, dass die Schiene bei Kamerafahrten zu den jeweiligen Endpunkten angefangen hatte leicht zu wackeln. Deshalb entschloss ich mich jeweils am Ende der Schiene noch ein Loch zu bohren, um sie bei Bedarf auch mit zwei Stativen zu befestigen. Ich hatte gehofft, dass dies bei einer so kurzen Schiene nicht nötig sei aber für komplett ruckelfreies Gleiten muss es, zumindest bei meinem Stativ, leider so sein. Dies liegt aber nicht an der Schiene selbst, diese ist massiv und stabil, sondern eher an der Kombination Stativ und Gewichtsverlagerungen an den Endpunkten. Mit zwei Stativen funktioniert es jedenfalls wunderbar. Zusätzlich habe ich noch zwei Alu Vierkant-Rohre an die Enden montiert um den Slider auch auf den Boden oder Tisch stellen zu können. Zum Schluss noch ein Loch in die Mitte des Schlittens für einen Stativkopf bohren und schon kann es losgehen.

DIY-Kamera-Slider
Falls ihr keinen Stativkopf bei euch rumliegen habt, müsst ihr diesen natürlich auch noch kaufen. Ich habe euch mal zwei geeignete Köpfe herausgesucht. Zum einen den Mantona Kugelkopf für knapp 26 € und zum anderen den altbewährten Velbon PH-368 Fluid Kopf. Ich persönlich habe mich für den Kugelkopf entschieden, da dieser mehr Freiraum in der Kamerastellung lässt. Falls ihr noch Zollschrauben zur Befestigung benötigt, so könnt ihr diese günstig bei ebay finden.

Mantona Kugelkopf (ca. 26 €) Velbon PH-368 (ca. 45 €)

Nachfolgend noch ein paar Testaufnahmen, welche ich mit dem Kamera Slider von IGUS durchgeführt habe. Es verlangt zwar etwas Übung, um ruhige Kamerafahrten durchzuführen aber nach kurzer Zeit klappt das schon ganz gut. Noch ein Tipp: da der Schlitten Kunstoffführungen besitzt, braucht ihr den Slider auch nicht einfetten oder ähnliches. Im Gegenteil, eine solche Aktion würde das Gleiten nur behindern!

Share on Facebook10Share on Google+1Tweet about this on Twitter0Share on LinkedIn1Print this page
Zusammenfassung:
Testdurchführung:
Marcel Plett
Testdatum:
Produkt:
IGUS Kamera Slider
Bewertung:
4

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*