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DSLR / Camcorder Abgrenzung DSLR zu Videokamera / Camcorder

Neben der größtenteils abweichenden Sensorgröße von der Videokamera (Camcorder) zur DSLR, gibt es weitere Unterschiede im Bereich des Funktionsumfangs, der Bauweise / Ergonomie und der zur Verfügung stehenden Anschlussmöglichkeiten. Da die Videokameras (und somit auch deren Ergonomie) natürlich auf die Videoaufnahme ausgelegt sind, gibt es im Gegensatz zur DSLR verschiedene erweiterte Funktionen, welche direkt in der Kamera zur Verfügung stehen. Unterscheiden kann man an dieser Stelle softwareseitige und hardwareseitige Funktionen. Auf der Softwareseite befinden sich unter anderem umfangreiche Histogramme, Zebra (Anzeige überbelichteter Bereiche), Timecode und weitere On-Screen-Infos (Audiopegel, Title-Safe, Formatausschnitt, usw.). Hardwareseitig können integrierte ND-Filter, ein motorisierter Zoom, gute Bildstabilisierung, umfangreiche Audioaussteuerungsmöglichkeiten und Weitere vorhanden sein. Bei den Anschlussmöglichkeiten stehen XLR-Eingänge (ggf. mit Phantomspeisung), SDI-Ausgänge und Weitere zur Verfügung. Die genannten Funktionen sind nicht bei allen Videokameras vorhanden. Dies hängt i. d. R. vom Preis und der Bauweise ab. Durch umfangreichere Anschlussmöglichkeiten nimmt auch die Größe der Kamera zu. Bei den günstigeren Camcordern müssen meist Kompromisse bei den manuellen Bildeinstellungen gemacht werden. Diese Möglichkeit ist häufig nur den  höherpreisigen Modellen vorenthalten. DSLR’s bieten dies heutzutage bei nahezu allen Modellen an, allerdings stehen die anderen, oben erwähnten Funktionen größtenteils nicht zur Verfügung bzw. müssen mithilfe von Zubehör nachgerüstet werden. Der Autofokus bei Camcordern arbeitet grundsätzlich schneller und zuverlässiger als bei DSLR’s. Beim Kontrastumfang gibt es im Vergleich zur DSLR keine großen Unterschiede. Nur wenige Camcorder bieten hier 10 Bit und eine Abtastung von 4:2:2 in diesem Preissegment an. Teilweise werden allerdings andere Codecs (HDV, XDCAM HD, DVCProHD, etc.) und höhere Bitraten eingesetzt. Möglich machen dies auch schnellere Speicherkarten, wie z. B. das P2 System von Panasonic. Aliasing und Moiré Effekte sind aufgrund der Filteranpassung für die exakte Videoauflösung nur gering vorhanden. Der Rolling Shutter Effekt tritt bei Camcordern unterschiedlich stark auf. Dies hängt vom Modell, der Sensorauslesegeschwindigkeit und ggf. von vorhandenen internen Korrekturen ab. Gänzlich vermeiden lässt sich der Effekt nur bei Camcordern mit CCD-Sensor, welche allerdings nur noch selten produziert werden oder mit der Global Shutter Methode, die aber in diesem Preissegment i. d. R. nicht eingesetzt wird. Probleme wegen Überhitzung und die Beschränkung der Aufnahmelänge sind beim Camcorder nicht vorhanden. Nachfolgend eine tabellarische Gegenüberstellung der beiden Systeme:

DSLR Camcorder
Technische
Eigenschaften:
Sensortypen CMOS CMOS, CCD (selten)
Sensoranzahl 1 1 bis 3 (3-CCD, 3-CMOS)
typische Sensorgrößen (Micro) Four Thirds
APS-C
Vollformat
1/3″, 1/2″, 2/3″
Selten: Four Thirds,
APS-C, Super 35,
Vollformat
Sensorauslesung Rolling Shutter Rolling Shutter (CMOS)
Farbbildwandlung Bayer Pattern (o. ä.) Bayer Pattern (o. ä.),
Strahlteilerprisma
Datenformate (intern) H.264
4:2:0, 8 Bit
H.264, DVC, XDCAM
4:2:0, 8 Bit oder
4:2:2, 10 Bit (selten)
Datenformate (extern
über HDMI / SDI)
Unkomprimiert
4:2:2, 10 Bit (selten)
Unkomprimiert
4:2:2, 10 Bit (selten)
max. Auflösung 4K (3840 x 2160) 4K (3840 x 2160)
Lichtempfindlichkeit mittel bis hoch gering bis mittel

Anschlüsse:
Mikrofon (Klinke) ja ja
Mikrofon (XLR) nur mit ext. Interface ja
Kopfhörer (Monitoring) ja (selten) ja
Wechselobjektive ja ja (selten)
HDMI ja ja
SDI nur mit ext. Interface ja (selten)
Speicher SD, CF SD, CF, SSD, P2, SxS

Probleme:
Rolling Shutter Effekt mittel bis stark gering bis mittel
Moiré Effekte mittel bis stark gering
Überhitzungsgefahr ja nein
Aufnahmebeschränkung ja (29:59 min) nein

Funktionale
Eigenschaften:
Automatikfunktionen ja (unzureichend) ja
Belichtungskorrektur manuell, automatisch manuell, automatisch
Mikrofon (intern) ja
(Qualität gering)
ja
(Qualität variiert)
Ton-Aussteuerung manuell, automatisch manuell, automatisch
Pegelanzeige ja (selten) ja
Bildstabilisator ja
(Störgeräusche möglich)
ja
Größe / Gewicht gering gering bis mittel
Ergonomie (Video) unzureichend gut
integrierte ND-Filter nein ja
Timecode nein ja
Histogramme ja (unzureichend) ja
Zebra ja (selten) ja
Fokusunterstützung ja (selten) ja
Fotofunktion ja ja (Auflösung gering)

Anwendungsbereiche:
Benutzergruppen Fortgeschrittene bis Profis Anfänger bis Profis
Reportage eingeschränkt möglich
Probleme beim Fokussieren durch die geringe Schärfen- tiefe; Bildstörungen durch Rolling Shutter Effekt bei schnellen Schwenks und Blitzlicht; Ergonomie muss mittels Stativen verbessert werden; Audio kann nur durch Zubehör qualitativ aufgezeichnet werden
möglich
Fokusprobleme und Rol- ling Shutter Effekte sel- tener, aufgrund kleineren Sensoren; je nach Modell sollte die Ergonomie auch hier verbessert werden; Au- dio lässt sich durch vorhan- dene Anschlüsse aufzeich- nen
Dokumentation eingeschränkt möglich
Größe und Gewicht kön- nen hier Vorteile bringen; Film Look ist möglich; ähnliche Probleme wie im Reportage-Bereich vorhan- den
möglich
flexibler und einfacher Ein- setzbar; geringe Schärfen- tiefe entweder durch großen Sensor oder durch DSLR als Zweitkamera möglich; größer und höheres Ge- wicht als DSLR
Szenische Produktion möglich
Probleme können hier im Vorfeld beachtet / einge- plant werden; Film Look ist bei solchen Produktio- nen oft gefragt; Beispiele: Film, Musikvideo, Werbe-
/ Imagefilm
möglich
kann ebenfalls problemlos verwendet werden; bietet aber i. d. R. keinen Film Look
Film Look möglich eingeschränkt möglich
(nur mit großem Sensor)
Anschaffungskosten gering bis mittel gering bis hoch
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Zusammenfassung:
Artikel:
Unterschiede der Video DSLR zum Camcorder
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Beschreibung:
Eine videofähige DSLR unterscheidet sich in einigen Punkten vom klassischen Camcorder in der audiovisuellen Produktion. Welcher Kameratyp sich für was eignet soll dieser Beitrag klären.

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