praxiseinsatz

Umgang mit Einschränkungen Lösungen / Ansätze zur Vermeidung der technischen Einschränkungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit den technischen Einschränkungen der DSLR umzugehen oder diese zu kompensieren.
Zur Reduzierung des Rolling Shutter Effekts müssen bei der Aufnahme diverse Einzelheiten beachtet werden. Komplett vermeiden lässt sich der Effekt allerdings bauartbedingt nicht. Es sollten vor allem horizontale aber auch vertikale schnelle Kamerabewegungen vermieden werden. Wie schnell die Bewegungen durchgeführt werden können, bevor der Rolling Shutter Effekt störend auffällt, muss vorher getestet werden. Eine allgemeine Regel dafür existiert nicht, da der Effekt je nach Kameramodell unterschiedlich stark ausfällt. Weiterhin sollte man es vermeiden, sich schnell bewegende Objekte zu filmen (z. B. vorbeifahrende Züge). Falls sich schnelle Kamerabewegungen oder Objekte nicht vermeiden lassen, so ist darauf zu achten, dass die vom Rolling Shutter betroffenen Objekte nicht im Vordergrund sind. Durch Verringerung der Schärfentiefe z. B. lassen sich hintergründige Objekte kaschieren. Auch wenn der Betrachter durch eine vordergründige Handlung vom Hintergrund abgelenkt ist, fällt der Effekt nicht so störend auf.

Um Aliasing und Moiré Effekte zu reduzieren, sollten Aufnahmen von feinen detaillierten Strukturen vermieden werden. Auf dem Kameradisplay sind die Effekte schwer zu erkennen, weshalb zur Überprüfung des Materials die Verwendung eines größeren Monitors oder der Lupenfunktion der Kamera Sinn macht. Für Canon und Nikon Kameras gibt es die Möglichkeit einen zusätzlichen Aliasing Filter einzusetzen. Dieser Filter der Firma „Mosaic Engineering“ ist auf die Videoauflösung ausgelegt und verringert die Effekte. Für den Einbau ist kein größerer Kameraeingriff notwendig. Der Filter wird lediglich vor den Spiegel gesetzt und beeinträchtigt damit nicht die Funktionsweise der Kamera.

Die Überhitzung der Kamera lässt sich nur durch gelegentliches Ausschalten oder der Abschaltung der Live-View Funktion vermeiden. Gerade Drehpausen können zum Abschalten genutzt werden. Bei hohen Temperaturen erhitzt sich die Kamera sehr schnell, direkte Sonneneinstrahlung ist deshalb zu vermieden. Wenn eine Abschaltung keine Option ist, wird eine weitere Kamera benötigt.

Die Stärke der Komprimierung lässt sich i. d. R. bei der DSLR nicht anpassen. Diese Funktion bieten nur manche Firmwaremodifikationen / -erweiterungen. Hierbei sollte aber darauf geachtet werden, dass eine Speicherkarte verwendet wird, welche die entsprechende Datenrate unterstützt. Weiterhin kann eine Erhöhung der Datenraten zu einer schnelleren Überhitzung der Kamera beitragen. Bei manchen Geräten kann ein unkomprimiertes Signal über den HDMI-Ausgang der Kamera mitgeschnitten werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Auflösung über HDMI während der Aufnahme nicht reduziert wird und keine On-Screen-Infos mit ausgegeben werden. Für das Mitschneiden ist ein zusätzliches externes Aufnahmegerät notwendig. Je nach Ausgabemedium kann die vorhandene interne Datenrate allerdings auch ausreichen. Wenn keine großen Farbkorrekturen durchgeführt werden müssen und der Film nur auf Videoplattformen veröffentlicht wird, ist eine geringere Komprimierung nicht notwendig. Zu beachten ist auch, dass die Datenmengen bei geringerer Komprimierung schnell ansteigen und somit genügend Speicherplatz während und nach der Aufnahme vorhanden sein muss.

Die Audiofunktionalitäten der Kamera können nur durch zusätzliches Equipment aufgewertet werden. Externe Mikrofone stehen für jeden Anwendungsfall zur Verfügung und können direkt an der Kamera durch bestimmte Halterungen angebracht werden. Es stehen auch spezielle Mikrofone für DSLR’s zur Verfügung. Diese haben anstelle einer XLR Buchse ein Klinkenkabel. Um die Mikrofonverstärkung der Kamera zu umgehen, besitzen diese Mikrofone häufig eine interne, auf das Mikrofon ausgelegte, Verstärkung. Um eine noch bessere Audioqualität zu erreichen oder die Verwendung von XLR Mikrofonen zu ermöglichen, existieren handliche batteriebetriebene Mikrofonvorverstärker. Diese werden per Klinkenkabel mit dem Mikrofoneingang der Kamera verbunden. Hierbei muss die interne Mikrofonverstärkung der Kamera auf die niedrigste Stufe gestellt werden, da keine Eingänge für Line-Pegel vorhanden sind. Für Kameras, welche eine nicht deaktivierbare automatische Pegelaussteuerung besitzen, können einige Vorverstärker ein gleichbleibendes Rauschsignal auf einem der Stereokanäle an die DSLR übertragen. Die Pegelaussteuerung wird somit überlistet. In der Nachbearbeitung kann das Rauschsignal dann wieder entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Tonaufnahme sind externe batteriebetriebene Audiorekorder. Diese werden nicht direkt mit der Kamera verbunden, sondern zeichnen den Ton separat auf. Das Audiosignal muss dann in der Nachbearbeitung mit dem Filmmaterial synchronisiert werden. Am einfachsten ist dies, wenn parallel die Audioaufnahme vom internen Kameramikrofon vorhanden ist. Die Überprüfung des Audiosignals mittels Kopfhörern kann ebenfalls über die externen Mikrofonvorverstärker durchgeführt werden. Manche DSLR’s besitzen aber heute auch einen Kopfhörerausgang. Alternativ besteht bei einigen Kameras noch die Möglichkeit den Ton per Adapter über einen Audio- / Videoausgang (A/V) abzuhören.

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Umgang mit Video-DSLR Einschränkungen
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit den technischen Einschränkungen der DSLR umzugehen oder diese zu kompensieren.

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