Weiterentwicklungen bei der DSLR Welche technischen Entwicklungen können zukünftig bei der DSLR erwartet werden?

Große technische Weiterentwicklungen bei der DSLR konnten im Bereich der Videofunktion in den letzten Jahren nicht beobachtet werden. Da die Kamerahersteller keine Angaben über Weiterentwicklungen in zukünftigen Produkten veröffentlichen, können an dieser Stelle nur Mutmaßungen getroffen werden, welche technischen Weiterentwicklungen in nächster Zeit folgen könnten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Auflösung bei allen zukünftigen DSLR-Modellen erhöht werden. Panasonic, Sony und Canon bieten bereits erste Kameras mit einer 4K Auflösung an und weitere Hersteller und Modelle werden sicherlich folgen, sobald sich diese Auflösung bei den Ausgabegeräten endgültig durchgesetzt hat. Eine 6K Auflösung existiert zwar bereits vereinzelt bei Filmkameras, aber bis diese Auflösung im Consumer Bereich ankommt, wird noch einige Zeit vergehen. Bei solchen Auflösungen müssen ausreichend große und schnelle Speichermedien (z. B. SSD’s) eingesetzt werden, was bei DSLR’s aufgrund der Bauform zurzeit nicht möglich ist.

Eine zusätzliche Weiterentwicklung wäre eine RAW-Aufnahmefunktion, also die Speicherung der Daten ohne oder nur mit geringer Komprimierung. Dass dies bereits möglich ist, zeigen diverse DSLR Konkurrenzprodukte. Aber auch die Canon DSLR’s selbst bieten durch die Magic Lantern Erweiterung bereits jetzt eine RAW-Unterstützung an. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Hersteller diesen Schritt gehen werden. Eine weitere Möglichkeit um die Bildqualität zu verbessern, wäre die Erhöhung der Datenrate des verwendeten Codecs oder die Integration eines neuen Codecs wie z. B. H.265. Ein unkomprimiertes Signal könnte über den HDMI-Ausgang der Kamera gesendet und von einem externen Rekorder aufgezeichnet werden. Dazu müsste der HDMI-Ausgang bei der Aufnahme die volle Auflösung und keine On-Screen-Infos ausgeben. Bei einigen Kameras ist diese Funktion bereits vorhanden. Allgemein könnte der Dynamikumfang durch die Weiterentwicklung von Speichermedien, die Verbesserung der Bildprofile und die kameraseitige Verarbeitungsgeschwindigkeit angehoben werden.

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Professionelle Produktionen DSLR's in TV- / Serien- und Filmproduktionen

Der Einsatz von DSLR’s kan heute in verschiedenen professionellen Produktionen beobachtet werden. Dieser Artikel zeigt einige Bespiele und die Beweggründe für den Einsatz auf.

TV-Produktion

Offiziell wird das Ausgangsmaterial von videofähigen DSLR’s von TV-Sendern nicht zur Ausstrahlung anerkannt. Die Sender haben verschiedene Richtlinien erstellt, welche die Eigenschaften des Materials definieren. In den Richtlinien von ARD / ZDF finden sich z. B. die folgenden Angaben für internes und Zuliefermaterial:

  • Dateiformat: MXF (inkl. Timecode)
  • Kompressionsformate: MPEG-2 (50 MBit/s), AVC-I 100 (112 MBit/s), ProRes (ca. 184 MBit/s), etc.
  • Abtastformate: 4:2:2 – 1080i/25, 1080p/25 (bei szenischen Produktionen)

In den Richtlinien der ProSiebenSat.1 Gruppe zeigt sich ein ähnliches Bild:

  • Dateiformat: MXF (inkl. Timecode)
  • Kompressionsformate: MPEG-2 (150 MBit/s), XDCAM (50 MBit/s)
  • Abtastformate: 4:2:2 – 1080i/50, 1080p/25

Diese Formate können zurzeit von DSLR’s noch nicht ausgegeben werden, aber trotzdem scheint die DSLR von den Sendern verwendet zu werden. Das Material wird dann vermutlich konform umgewandelt.

Wenn man aufmerksam das TV-Programm verfolgt, kann man den Einsatz von DSLR’s oft erkennen. In den meisten Fällen (aber nicht ausschließlich) wo eine extrem geringe Schärfentiefe vorhanden ist, wird eine DSLR verwendet. Die gewöhnlichen EB-Kameras können dies aufgrund der kleineren Sensoren nicht realisieren bzw. nur  durch die Verwendung einer großen Brennweite, welche den  Abstand zu einem Objekt allerdings stark erhöht und somit i. d. R. nicht praktikabel ist. Bestätigt wird die Vermutung dann häufig, wenn der Kameramann mit der DSLR von einer anderen Kamera erfasst wird. Die beiden nachfolgenden Screenshots zeigen jeweils ein Beispiel für Interviewsituationen im TV.

tv_wdrBildquelle: WDR

 

tv_pro7Bildquelle: Prosieben

Auch bei anderen Sendern kann der Einsatz der DSLR beobachtet werden. Die Sender scheinen also Ausnahmeregelungen für den gelegentlichen Einsatz von DSLR’s zu haben, welche noch nicht explizit in den Richtlinien festgehalten werden. Häufige  Einsatzbereiche der DSLR in TV-Produktionen sind Interviewsituationen als Zweitkamera (Nahaufnahmen) und zur Erstellung von verschiedenen Detailaufnahmen.

Serienproduktion

Spätestens seit der Verwendung der Canon 5D MKII für das sechste Staffelfinale der erfolgreichen amerikanischen Serie Dr. House, haben sich DSLR’s in verschiedenen Serienproduktionen etabliert. Die komplette Folge wurde mit der DSLR gedreht. Zuvor wurde die Serie auf 35mm Film aufgezeichnet. Laut Regisseur Greg Yaitanes war es für diese Folge notwendig in kleinen und engen Räumen zu filmen. Somit eignete sich hierfür die DSLR eher, als die bisherige Filmkamera. Da es zu dieser Zeit noch keine speziellen Filmobjektive für die DSLR gab, hat er Canon Festbrennweiten verwendet. Aufgrund des positiven Ergebnisses wurde die DSLR in zusätzlichen Folgen, für bestimmte Bereiche, weiterverwendet.
Auch in anderen Serien werden DSLR’s als Haupt- oder  Zweitkamera verwendet. Die Comedy-Serie Wilfred wurde, aufgrund der geringen Schärfentiefe, komplett mit einer Nikon D800 aufgezeichnet. In der Serie Navy CIS wurde eine Canon 7D für Motorradaufnahmen und Innenaufnahmen in Autos verwendet. Als Zweitkamera kam die 5D MKII weiterhin in den Serien Ghost Whisperer und Californication zum Einsatz. In TV-Serienproduktionen hat die DSLR, zumindest für bestimmte Bereiche, einen festen Standpunkt eingenommen.

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Heutige Marktsituation der Video DSLR in der audiovisuellen Produktion (TV / Serien / Kino)

Auch wenn die anfängliche Euphorie etwas nachgelassen hat, wird die DSLR im audiovisuellen Bereich noch vielseitig verwendet. Anwender schätzen weiterhin die geringe Schärfentiefe und den niedrigen Preis der Geräte. Befragt man Google Trends nach videofähigen DSLR’s, so ergibt sich ein stetiger Anstieg der Suchanfragen zwischen 2009 und 2011, welcher ab 2012 bis heute auf einem ähnlichen Niveau bleibt. Die Prognose (gestrichelte Linie) zeigt sogar noch einen leichten Anstieg der Suchanfragen und somit eine Stärkung der Marktsituation der Video DSLR. Die Kameras scheinen also weiterhin gefragt zu sein, auch wenn die Kamerahersteller bereits versuchen, Alternativprodukte am Markt zu etablieren.

Marktsituation DSLR
Google Trend Analyse zu „video DSLR“

Mitch Aunger ist Betreiber der Internetplattform planet5d.com, welche eine der größten Communities zum Thema videofähige DSLR’s darstellt. Er hat im Jahr 2013, zum fünf jährigen Jubiläum der EOS 5D MKII, verschiedene bekannte Personen in der Film- und Werbebranche zum Thema videofähige DSLR’s interviewt. Aus diesen Interviews hat er ein E-Book mit dem Titel The HDSLR Revolution is over … right? erstellt. Kernfragen der Interviews waren, in wie weit die DSLR für die audiovisuelle Produktion eingesetzt wird und ob sie sich zukünftig weiter am Markt behaupten kann. Laut Augner werden ca. 50% aller amerikanischen TV-Werbespots mit einer DSLR gedreht und ein Großteil des Kamerazubehörs an DSLR-Besitzer verkauft. Die geführten Interviews zeigen außerdem auf, dass viele Filmschaffende durch die Weiterentwicklung von Camcordern mit größeren Sensoren und Wechselobjektiven, die DSLR teilweise ersetzt haben. Camcorder wie z. B. die C-Serie von Canon vereinen große Sensoren und Wechselobjektive mit den Eigenschaften von herkömmlichen Videokameras und sind somit vielseitiger einsetzbar. Preislich liegen diese Geräte allerdings größtenteils über den DSLR’s. Nach und nach erscheinen aber auch Geräte, die vom Preis her in ähnlichen Regionen wie die DSLR angeboten werden. Es gibt einige Camcorder-Modelle (zwischen 3000 € und 5000 €), bei denen die Sensorgrößen Four Thirds, APS-C oder Vollformat verbaut sind und somit eine Konkurrenz, zumindest für die höherpreisigen DSLR’s, darstellen. Aber auch diese Geräte besitzen verschiedene Einschränkungen und Nachteile gegenüber der DSLR, weshalb sie sich noch nicht großflächig durchsetzen konnten. Dies liegt sicherlich auch am etwas höheren Preis, da diese Kameras, zumindest von der Bildqualität, keine großartigen Verbesserungen bieten. Des Weiteren kann man behaupten, dass diese Geräte vermutlich nur aufgrund der videofähigen DSLR’s existieren. Denn nur durch den großen Absatz der DSLR’s haben die Kamerahersteller die Bedürfnisse nach großen Sensoren und Wechselobjektiven, unter dem Preisniveau von Filmkameras, erkannt.

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